
Die Rakeltechnik entscheidet über das Ergebnis einer Folienverklebung. Blasen, Kratzer oder saubere Flächen hängen oft nicht von der Folie ab, sondern von der gewählten Rakelseite.
Filz oder Kunststoff ist keine Geschmacksfrage.
Es ist eine technische Entscheidung.
Wer sie falsch trifft, beschädigt Material oder verschenkt Qualität.
Dieser Beitrag zeigt dir präzise, wann du die Filzseite nutzt, wann die Kunststoffseite Pflicht ist und wie du beide Seiten korrekt kombinierst. Der Fokus liegt auf Praxis, Weiterverarbeitung und sauberer Werbetechnik.
- Warum die Rakelseite entscheidend ist
- Aufbau eines Rakels
- Die Kunststoffseite im Detail
- Die Filzseite im Detail
- Direkter Vergleich Filz vs. Kunststoff
- Welche Seite für welches Material
- Richtige Rakeltechnik in der Praxis
- Typische Fehler beim Rakeln
- Praxisbeispiele aus der Werbetechnik
- Empfehlung für saubere Ergebnisse
- FAQ
Warum die Rakelseite entscheidend ist
Beim Rakeln wird Druck auf die Folie ausgeübt. Dieser Druck verteilt den Kleber, verdrängt Luft und sorgt für Haftung. Die Oberfläche der Rakelseite bestimmt, wie dieser Druck wirkt.
Eine harte Kante überträgt Kraft direkt. Eine weiche Kante verteilt sie. Genau hier liegt der Unterschied zwischen Kunststoffseite und Filzseite.
Die falsche Seite führt zu:
- Kratzen auf der Oberfläche.
- Unsauber verklebten Kanten.
- Lufteinschlüssen.
- Unruhigem Finish.
Aufbau eines Rakels
Ein Standardrakel besteht aus einem festen Kunststoffkörper. Eine Seite ist glatt und hart. Die andere Seite ist mit Filz oder Stoff beschichtet.
Typische Eigenschaften
- Kunststoffseite ist formstabil.
- Filzseite ist weich und gleitfähig.
- Beide Seiten haben unterschiedliche Aufgaben.
Ein Rakel ist kein Universalwerkzeug mit einer richtigen Seite. Er ist ein Werkzeug mit zwei Funktionen.
Die Kunststoffseite im Detail
Die Kunststoffseite ist die aggressive Seite des Rakels. Sie überträgt Druck direkt und ohne Dämpfung.
Eigenschaften der Kunststoffseite
- Hohe Druckübertragung.
- Exakte Kantenarbeit.
- Starkes Andrücken der Folie.
- Geringe Nachgiebigkeit.
Diese Seite eignet sich besonders für strukturierte Untergründe und robuste Folien.
Typische Einsätze
- Nassverklebung von Folien.
- Aufbringen von Transferfolien.
- Arbeiten auf Glas und glatten Flächen.
- Erstes Anrakeln bei großflächiger Verklebung.
Nachteil ist die Kratzgefahr bei empfindlichen Oberflächen.
Die Filzseite im Detail
Die Filzseite gleitet über die Oberfläche. Sie verteilt den Druck gleichmäßig und schützt die Folie.
Eigenschaften der Filzseite
- Schonende Oberfläche.
- Reduzierte Kratzgefahr.
- Gleichmäßiger Druck.
- Sauberes Finish.
Diese Seite ist ideal für sichtbare Flächen und empfindliche Materialien.
Typische Einsätze
- Trockene Verklebung.
- Sichtfolien und Digitaldrucke.
- Endbearbeitung nach dem Andrücken.
- Arbeiten auf lackierten Flächen.
Die Filzseite ist kein Ersatz für Druck, sondern für Kontrolle.
Direkter Vergleich Filz vs. Kunststoff
Kunststoffseite
- Mehr Kraft.
- Direkter Druck.
- Höheres Risiko für Kratzer.
- Technisch und funktional.
Filzseite
- Mehr Schonung.
- Gleichmäßiger Druck.
- Saubere Oberfläche.
- Optisch hochwertig.
Die Entscheidung richtet sich nach Material, Untergrund und Arbeitsschritt.
Welche Seite für welches Material
Material bestimmt die Rakelseite.
Empfehlungen aus der Praxis
- Glas und Nassverklebung mit Kunststoffseite.
- Digitaldruckfolien mit Filzseite.
- Matte Folien mit Filzseite.
- Harte Plotterfolien mit Kunststoffseite.
- Endfinish immer mit Filzseite.
Ein häufiger Fehler ist die ausschließliche Nutzung einer Seite.
Richtige Rakeltechnik in der Praxis
Die beste Rakelseite bringt nichts ohne saubere Technik.
Grundregeln
- Immer von der Mitte nach außen arbeiten.
- Gleichmäßigen Druck ausüben.
- Überlappende Bahnen ziehen.
- Rakel nicht kippen.
Wechsle die Seite bewusst während der Arbeit.
Typische Fehler beim Rakeln
Viele Probleme entstehen durch falsche Gewohnheiten.
Häufige Fehler
- Filzseite bei starkem Andrücken.
- Kunststoffseite auf empfindlicher Oberfläche.
- Zu hoher Druck.
- Unsaubere Rakelbewegungen.
Diese Fehler hinterlassen sichtbare Spuren.
Praxisbeispiele aus der Werbetechnik
Bei einer Glasverklebung wird die Folie nass angebracht. Die Kunststoffseite verdrängt Wasser effizient. Danach sorgt die Filzseite für ein sauberes Finish.
Bei einem Digitaldruck auf einer Platte entstehen Kratzer durch falsche Nutzung der Kunststoffseite. Ein Wechsel zur Filzseite hätte das verhindert.
Saubere Verklebung ist Werkzeug und Technik.
Für die Präsentation fertig verklebter Druckprodukte eignen sich stabile Systeme: Klapprahmen ansehen.
Empfehlung für saubere Ergebnisse
Nutze beide Seiten des Rakels bewusst. Plane den Arbeitsschritt. Wechsle die Seite gezielt.
Für professionelle Ergebnisse in der Präsentation setze auf klare Systeme: Plakatrahmen auswählen.
FAQ
Welche Rakelseite ist besser
Keine. Jede Seite hat ihren Zweck.
Wann nutze ich die Kunststoffseite
Bei starkem Andrücken und robusten Oberflächen.
Wann nutze ich die Filzseite
Bei empfindlichen und sichtbaren Flächen.
Kann ich nur mit Filz arbeiten
Nein. Der notwendige Druck fehlt.
Verursacht die Kunststoffseite immer Kratzer
Bei falschem Einsatz ja.
Ist die Rakeltechnik materialabhängig
Ja. Material bestimmt Werkzeugseite.
Sollte ich mehrere Rakel haben
Ja. Unterschiedliche Härten sind sinnvoll.

